CDU Gemeindeverband Lilienthal
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Gymnasiasten sorgen für Baumschutz

CDU ließ sich Projekt aus Kirchlinteln vorstellen / Satzung ist dort kein Thema mehr

Von Mitarbeiter
Johannes Kessels

Lilienthal. In Lilienthal beginnt gerade wieder eine Diskussion über eine Baumschutzsatzung, in der Gemeinde Kirchlinteln im Landkreis Verden ist sie bereits beendet. Dort versucht man es ohne Satzung, und, wie Klaus-Dieter Karweik vom Amt für Landentwicklung (AfL) jetzt bei der Lilienthaler CDU berichtete, bisher funktioniert es. In Kirchlinteln wurde ein Kooperationsprojekt ins Leben gerufen.Axel Miesner, der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbands, fragte vor gut 30 Gästen, darunter vielen Baumbesitzern und Ratsmitgliedern, ob es zum Baumschutz beitrage, wenn die Verantwortung von Privatleuten auf die Allgemeinheit übertragen werde. Klaus-Dieter Karweik berichtete, dass in der Kirchlintelner Ortschaft Armsen kürzlich eine Baumfällaktion einen Aufschrei der Entrüstung entfacht habe. Bevor aber die Gemeinde eine Baumschutzsatzung erlassen habe, habe man sich gefragt, was ohne Satzung zu erreichen wäre. Das Ergebnis war das Kooperationsprojekt "Bäume erhalten - Dörfer gestalten". Daran beteiligen sich das AfL, die Gemeinde sowie Biologie-, Geographie- und Kunst-Leistungskurse des Verdener Domgymnasiums mit fachlicher Betreuung durch ein Planungsbüro. Gefördert wird das Projekt aus dem "LEADER+"-Programm der EU.Begonnen wurde das Projekt in den Ortschaften Hohenaverbergen und Bendingbostel. Die Einwohner hätten "verhaltenes" Interesse gezeigt, so Karweik. Die Schüler haben zunächst den Bestand aufgenommen und dabei festgestellt, dass in den vergangenen 70 Jahren in den Ortskernen keine Bäume mehr gepflanzt wurden. Außerdem haben sie in einer Computersimulation dargestellt, wie verschiedene Stellen im Ort ohne Bäume aussehen würden. Die Bilder erinnerten an Dörfer in Westernfilmen.Die Besonderheit des Projekts, so Karweik, sei, dass die Menschen auf verschiedenen Ebenen angesprochen wurden. Niemand habe den Schülern bei der Befragung die Tür vor der Nase zugeschlagen, und die Begeisterung der Jugendlichen habe wohl ansteckend gewirkt. Jetzt wurden in den beiden Dörfern von Landwirten 200 neue Bäume gepflanzt. Zu 50 Prozent wurden die Kosten von der EU übernommen, die anderen beiden Viertel tragen die Gemeinde und die Grundstückseigentümer. Um die Laubentsorgung kümmert sich der Landkreis. Eine Diskussion über eine Baumschutzsatzung finde nicht mehr statt in Kirchlinteln, sagte der Referent; selbst bei der Fraktion der Grünen nicht.Im Landkreis Osterholz gibt es das "LEADER+"-Programm nicht, bedauerte Axel Miesner. Aber Lilienthal könne Fördergebiet für das ETLR-Programm der EU werden ("Entwicklung typischer Landschaften und der ländlichen Räume"), so Karweik.Forstwirt Hanno Dehlwes, in der vorigen Wahlperiode für die SPD im Gemeinderat, erinnerte an den Entwurf für eine Baumschutzsatzung, der 1998 im Rat unter anderem auch mit seiner Stimme abgelehnt wurde. Dieser Entwurf sei extrem gewesen. Mit den Vorschlägen, die die Grünen jetzt für eine Satzung gemacht hätten, könne er aber leben. Dort sollen nur 250 in einem Kataster verzeichnete Bäume geschützt werden. Dass aber die Verwaltung, wenn ein morscher Baum gefällt werden soll, ein Gutachten verlange, solle man den Eigentümern nicht zumuten. Ein solches Gutachten koste bis zu 1500 Euro. Stattdessen solle ein Verwaltungsmitarbeiter den Baum beurteilen. In Streitfällen könne der Eigentümer dann ja immer noch ein Gutachten erstellen lassen.Auch ein anderer Zuhörer fand, wenn eine Satzung komme, müsse die Allgemeinheit die Kosten übernehmen. Und wenn eine Satzung verabschiedet werde, werde er seine Eichen "sofort plattmachen", ehe sie so groß seien, dass sie geschützt würden. Heiner Haase (Grüne) fand das Kirchlintelner Projekt gut, vielleicht könne in Lilienthal ein "Hochzeitswald" angelegt werden, wo frisch vermählte Paare einen Baum pflanzten. Aber eine Satzung sei nötig, weil nicht alle Bürger verantwortungsbewusst handelten. Mit dieser Meinung stand Haase aber ziemlich allein. Die CDU werde sich in Kirchlinteln weiter über das Projekt informieren und auch beim Domgymnasium anfragen, kündigte Axel Miesner an.

Quelle: Wümme Zeitung, 9. Februar 2006

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