Politiker betonen Gemeinsamkeit
Neuer Bausenator Ronald-Mike Neumeyer zum Gedankenaustausch in Lilienthal
Von Mitarbeiter
Klaus Göckeritz
Lilienthal.
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| Ronald-Mike Neumeyer (Zweiter von links) machte seinen Antrittsbesuch bei den Lilienthaler CDU-Mitgliedern des Kreistages. Am Gedankenaustausch waren Monica Röhr, Axel Miesner und Rainer Sekunde beteiligt. Foto: WUMZ, Klaus Göckeritz |
Der länger andauernde Streit zwischen der Gemeinde Stuhr und Bremen um die Ansiedlungspolitik von Gewerbe ist beigelegt. Wenige Tage, nachdem Ronald-Mike Neumeyer seinen Platz am Schreibtisch des Bausenators eingenommen hatte. Purer Zufall? Fest steht, dass Bremens neuer Bausenator viel Wert auf eine gute Zusammenarbeit zwischen Bremen und dem Umland legt. Dies wurde bei einem Antrittsbesuch des Nachfolgers von Jens Eckhoff in Lilienthal deutlich. In die Gaststätte Klosterhof hatten Fraktionschef Rainer Sekunde und die CDU-Kreistagsabgeordneten Monica Röhr und Axel Miesner den Gast zum politischen Meinungsaustausch gebeten. Themen waren mit der Verlängerung der Straßenbahnlinie 4 und den Weiterbau der Entlastungsstraße zwei Projekte, die ganz oben auf der gemeinsamen Liste stehen und die man abarbeiten werde. Dies seien gleichzeitig Beispiele der interkommunalen Zusammenarbeit, die der Mann an der Spitze des Bauressorts in Zukunft pflegen will. Dabei wolle er er sich für eine verlässliche Politik einsetzen. Sicher sei, dass es auch unterschiedliche Interessen gibt, und dass man die Argumente in aller Deutlichkeit austauschen werde. Am Ende müsse aber eine Lösung stehen, mit der beide Seiten leben können, gab der Politiker ein Beispiel, wie die Kooperation aussehen könnte.Verabschieden müssen sich dagegen die Befürworter einer Hollerlandtrasse von der Hoffnung auf einen Politikwechsel. Das Hollerland ist durch europäisches Recht geschützt und diese Baustelle werde er nicht aufmachen, stellte Neumeyer hierzu fest.Bei anderen Berührungspunkten zwischen Lilienthal und Bremen gestalten sich die Möglichkeiten einfacher. Im Bremer Stadtteil Findorff werden die Arbeiten am Torfhafen vis à vis von Bürgerpark und Stadthalle intensiviert und in diesem Jahr abgeschlossen, wie der Senator im Gespräch berichtete. Dies beinhalte gleichzeitig verbesserte Möglichkeiten der touristischen Zusammenarbeit. Die Torfschiffe werden von Bremen aus über den Torfkanal und die Wümme bis nach Lilienthal und in die Region fahren. Wobei in umgekehrter Richtung auch Bremen von den Besuchern aus dem Umland profitieren könnte. Touristisch zu nutzen seien neben den Wasserverbindungen aber auch die Radwege in der Stadt und im Umland. Ob Neumeyer zu einer Sommertour aufbricht, ist noch offen. Im Vorjahr hatte Eckhoff die Umlandgemeinden besucht. Eine Idee, über der neue Senator noch nachdenken will. Wie es mit der noch von Eckhoff zugesagten Bremer Beteiligung an den Kosten der Verlängerung des historischen Moorexpress nach Bremen aussieht, vermochte Ronald-Mike Neumeyer im Klosterhof nicht zu sagen. In dieser Frage müsse er sich Akteneinsicht verschaffen. Aber sicher sei, dass auch der Moorexpress ein wichtiges Bindeglied im kommunalen Miteinander ist, bestätigte der Senator.Mittel aus seinem Etat wie aus dem des Wirtschaftssenators stehen für touristische Zwecke indes nicht zur Verfügung, hieß es zuletzt. Unterstützung für den Moorexpress ist dagegen über die Stiftung Wohnliche Stadt zu erwarten. Ein Antrag über 100 000 Euro für einen Zeitraum von vier Jahren sei gestellt, über den der Stiftungsrat in diesem Frühjahr entscheiden wird, hatte ein Sprecher von Jens Eckhoff in diesem Januar hierzu mitgeteilt.Die Politiker nutzten den Besuch des Gastes und betonten den Willen zu einem offenen Miteinander. Die Gemeinsamkeit sei dabei nicht nur erwünscht, sondern notwendig. Dies vor dem Hintergrund, dass auch andere Regionen ihre Kräfte bündeln. "Wir müssen feststellen, dass zum Beispiel Hamburg und Hannover eng mit ihrem jeweiligen Umland kooperieren", sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Axel Miesner in der Runde. Dies gelte insbesondere für den Großraum Hannover und Braunschweig. Von daher seien auch Lilienthal und die anderen Umlandgemeinden verstärkt zum Dialog und zu gemeinsamen Anstrengnungen mit Bremen aufgefordert.^
Quelle: Wümme Zeitung, 2. März 2006