Frischer Fisch und ein launiger Minister
Hans-Heinrich Ehlen beim zweiten Matjesfang des CDU-Kreisverbandes Osterholz
Von Redakteur
Klaus-Dieter Pfaff
Lilienthal.
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| Freuten sich am Montagabend mit den 130 Gästen auf den zweiten Matjesfang beim CDU-Kreisverband in Beckers Gasthof: Brunhilde Rühl, Axel Miesner, Minister Hans-Heinrich Ehlen, Reiner Sekunde und Hinrich Wischhusen. Foto: Christian Kosak, WZ |
Vieles glich am Montag der Veranstaltung im Mai 2005: Logischerweise das, was da auf den Tisch kam - die frischen Fische aus der Nordsee; die ausgesprochen lockere Atmosphäre im Saal - es hatten sich wieder gut 130 Leute eingefunden, und die politischen Funktionen der Ehrengäste, bei denen selbst die Vornamen identisch sind. War Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander zwölf Monate zuvor zur ersten Matjesmajestät des CDU-Kreisverbandes ernannt worden, wurde diesmal seinem Kabinettskollegen und Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen diese Ehre zuteil. Unter den Gästen, die Brunhilde Rühl als Kreisvorsitzende und Initiatorin des Matjesfangs im Saal von Beckers Gasthof begrüßte, waren viele Vertreter aus Verwaltung, Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft. Dass die Politik an diesem Abend besonders stark vertreten war, erklärt sich bei einer Parteiveranstaltung fast von selbst. So reichte die Palette von den Vertretern aus der Senioren- und Frauen-Union über die Europa- bis hin zur Jungen-Union. Bereits am Einladungstermin hätten die Gäste eigentlich schon feststellen können, mit welchem Gericht sie bei dieser Veranstaltung haben rechnen können, "denn wenn erstmals im Jahr das ,R’ im Monatsnamen fehlt, haben wir Mai. Und dann ist wieder Matjeszeit - nicht davor und nicht dahinter", stellte Brunhilde Rühl in ihrer launigen Begrüßung fest. Und was den Ehrengast betreffe, so sei dieser für diese Festrede besonders qualifiziert, denn schließlich sei Hans-Heinrich Ehlen - "den wir in Hannover alle Heiner nennen" - ja schließlich auch Minister für Ernährung und Verbraucherschutz.Und der "liebe Heiner" wurde denn auch wenig später seinem Ruf als lockerer und schlagfertiger Polit-Redner gerecht. In seinem Appell für mehr politisches Interesse warb er um die Bereitschaft, sich bei den bevorstehenden Kommunalwahlen persönlich zu engagieren: "Wer selbst nicht bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, der muss dann mit dem leben, was die anderen machen. Auch die Mehrheit im Landtag ist nicht zuletzt von den Räten und Kreistagen abhängig", machte der CDU-Politiker klar. Ehlen begann seine Ausführungen beim überraschend vorgezogenen Bundestagswahltermin - "der aus meiner beruflichen Sicht zu einer wahren ,Bauernbefreiung’ wurde, denn damit waren wir Frau Künast endlich los" -, bot dann einen umfassenden Einblick in die Arbeit eines niedersächsischen Landwirtschaftsministers - "auch wenn wir im Norden in diesem Jahr keinen Fußball-Meister stellen, sind wir in der Landwirtschaft besser als die Bayern" - und zog schließlich eine positive Bilanz der CDU/FDP-Landesregierung. "Wir haben Niedersachsen ein Stück nach vorne gebracht und längst überfällige Reformen angepackt. Beispielsweise die Abschaffung der Bezirksregierungen umgesetzt: Seien wir doch mal ehrlich - dass es sie nicht mehr gibt, hat doch kein Bürger wirklich gemerkt", stellte Minister Ehlen fest und fügte hinzu: "Aber wir haben damit sinnvollerweise die Entscheidungskompetenz weiter nach unten verlagert." Der Minister skizzierte auch die jetzt auf Regierungsebene begonnene Entwicklung des neuen niedersächsischen Landesraumordnungsprogramms, "an dem wir die Menschen vor Ort möglichst intensiv beteiligen werden." Und: "In der Planung werden wir für die nächsten Generationen auch ganz bewusst Raum unbeplant lassen, denn nur so kann es auch dann eine zeitgemäße Weiterentwicklung geben." Beschlossen werden soll das Programm dann im Mai 2007. Sehr engagiert befasste sich der Gast aus Hannover auch mit den Entscheidungen in Brüssel, "wo zu Zeiten von Renate Künast deutsche Interessen nicht wirklich eine Rolle spielten". Das habe sich erfreulicherweise inzwischen spürbar geändert. Heiner Ehlen, der unter anderem auch für die Entwicklung erneuerbarer Energien und den Einsatz neuer Rohstoffe warb und der noch einmal sehr nachdrücklich die weiter andauernde Stallpflicht für Geflügel verteidigte, konnte dann wenig später den Beschluss des Plenums und die entsprechende Urkunde aus den Händen seiner Landtagskollegin Brunhilde Rühl entgegen nehmen: Damit ist er der amtierende Matjeskönig des CDU-Kreisverbandes Osterholz.
Quelle: Wümme Zeitung, 10. Mai 2006