"Große Koalition ist sehr viel besser als ihr Ruf"
Enak Ferlemann zu Gast im Zeitungshaus: Gründe für die Wahlmüdigkeit erforschen / CDU-Abgeordneter kritisiert Bundespresseamt
Von Redakteur
Klaus-Dieter Pfaff
Lilienthal.
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| Enak Ferlemann, MdB |
"Natürlich hat auch seiner Ansicht nach das bundespolitische Klima in Berlin bei dieser Wahl eine Rolle gespielt. Die aus seiner Sicht "schlechte Öffentlichkeitsarbeit in der Berliner Reformfabrik" habe sicher einige Wählerinnen und Wähler dazu veranlasst, gar nicht zu wählen. "Und das ist schade, denn die Leistung der großen Koalition ist sehr viel besser als ihr Ruf", betont Ferlemann. Leider sei es auch dem Bundespresseamt bisher nicht gelungen, diese vielen positiven Ergebnisse, die beispielsweise zur Erholung der Wirtschaft in der Bundesrepublik entscheidend beigetragen haben, entsprechend aufzubereiten, bedauert der Abgeordnete, den diese Tatsache sichtlich ärgert. In der großen Koalition passiere sehr viel mehr als nur die Gesundheitsreform, über die man sich in der Öffentlichkeit streite. "Es ist schon vieles vom Tisch, über das man allerdings nicht redet, und das in den Medien kaum Interesse findet - das aber bereits Wirkung gezeigt hat. Davon profitieren unter anderem das Handwerk und die Landwirtschaft. Auch in Verkehrsfragen", freut sich der Experte, "sind wir gemeinsam ein gutes Stück weiter. Und davon hat besonders auch Niedersachsen profitiert und wird es auch weiter tun.
"Bei der Frage, wie lange denn die große Koalition noch hält, muss Ferlemann nicht lange überlegen: "Natürlich bis 2009, dann wird der Wähler neu zu entscheiden haben." Dennoch macht sich auch der Unionsabgeordnete so seine Gedanken, denn schließlich sind Berlin und die Bundesregierung auch von vielen Stimmungen abhängig. Das gelte für CDU und SPD gleichermaßen. "Schließlich gibt es die nächsten Landtagswahlen in Niedersachsen, Hamburg und Hessen - alle im Frühjahr 2008, und alle drei Bundesländer werden von einem CDU-Ministerpräsidenten beziehungsweise Bürgermeister regiert. Innerhalb der Union sind das schon Spitzenleute. Da liegt es in der Natur der Sache, dass wir einen harten Wahlkampfmarathon zu erwarten haben, denn hier wird auch die SPD ganz sicher ihre Bundespolitiker aktivieren", skizziert Ferlemann seine Überlegungen. Deshalb müssten alle anstehenden Reformen, die von der Großen Koalition noch abzuarbeiten sind, bis spätestens im Spätsommer 2007 erledigt sein. Dann, ist sich der Politiker sicher, werde der Wahlkampf beginnen, "und dann wird es schwierig sein, solche Brocken noch gemeinsam in eine Richtung zu bewegen."
Quelle: Wümme Zeitung, 15. September 2006




