CDU Gemeindeverband Lilienthal
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Lob auf die Kommunalpolitik

Gemeinde vergibt Ehrennadeln an verdiente Ratsmitglieder / CDU Ratsmitglieder geehrt

Von Mitarbeiter
Johannes Kessels

Lilienthal. Kommunalpolitik, so sprach Ingrid Kluth, SPD-Ratsfrau in Lilienthal, sei das Standbein der Demokratie. Einige "Standbeine" verlassen jetzt den Lilienthaler Gemeinderat. In der letzten Sitzung der ablaufenden Wahlperiode gab es deshalb viele Ehrennadeln, Urkunden, Weinflaschen und besinnliche Worte.

Die Gemeinde hat die Möglichkeit, für besondere Verdienste Ehrennadeln zu verleihen, erklärte Bürgermeister Willy Hollatz. Diese Praxis habe man nach einem Beschluss des Verwaltungsausschusses nun nach zehn Jahren Abstinenz wieder aufgegriffen. Vorschläge für Ehrungen seien von verschiedenen Seiten gekommen, in seinem nicht-öffentlichem Sitzungsteil habe der Gemeinderat den Vorschlägen zugestimmt.

Die ausscheidenden Ratsmitglieder Eugen Pusch und Till Hase-Bergen hielten eine kurze Abschiedsrede; Ingrid Kluth äußerte sich etwas ausführlicher: Wer sich für die Ratsarbeit in der Kommunalpolitik entscheide, bekleide ein wichtiges Ehrenamt. Die Kritik an der Politik könne man dabei auch "hautnah leidvoll" erfahren, denn gerade in der Kommunalpolitik sei man dem Bürger näher als im Land oder Bund. Politik sei immer eine Gratwanderung: Was man dem einen Bürger recht machen wolle, darüber empöre sich der andere, sei es die Linie 4, Bebauungspläne, Funktürme "oder, oder, oder".

Aber alle Entscheidungen seien im Bewusstsein der Verantwortung für das Ganze getroffen worden, auch in den verschiedenen Aufsichtsräten. Eine Erhöhung der Gaspreise etwa treffe schließlich auch die Kommunalpolitiker selbst und sei niemals abstrakt zu sehen. "Freuen Sie sich alle mit mir, dass es auch künftig Männer und Frauen geben wird, die bereit sind, sich einzusetzen", forderte Ingrid Kluth ihre bisherigen Kollegen auf, die die Rede mit viel Beifall bedachten.

Die ersten beiden Ehrennadeln erhielten ehemalige Bürgermeister: Monica Röhr (CDU, 1996 bis 2004) und Wilhelm Wesselhöft (SPD, 1991 bis 1996). Ehrennadeln für mehr als 20-jährige Ratszugehörigkeit bei Ausscheiden aus dem Rat bekamen Eugen Pusch (CDU, seit 1981) und Sibille Strehler (SPD, seit 1986). CDU-Ratsherr Egon Hastedt wurde für sein ehrenamtliches Engagement für den Sport ausgezeichnet.

An diesem Teil der Ratssitzung nahmen gleich zwei hauptamtliche Bürgermeister teil: Neben Willy Hollatz war auch sein Grasberger Kollege Heinrich Blanke erschienen, und zwar in seiner Eigenschaft als Kreisvorsitzender des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes (NStGB). Der NStGB vergibt Urkunden für 20-jährige Ratszugehörigkeit oder vier volle Wahlperioden. In der Kommunalpolitik stelle man sich für das Allgemeinwohl zur Verfügung und unterstütze dabei auch die Verwaltung, sagte Blanke, ehe Sibille Strehler wieder nach vorn kommen durfte, gefolgt von Martin Helmke (CDU, seit 1986 im Rat). In Abwesenheit geehrt wurde Uwe Kempf (SPD, 1972 bis 1976, 1983 bis 1989 und seit 1996). Sie habe gern 20 Jahre Zeit gespendet, sagte Sibille Strehler, die für den neuen Rat nicht mehr kandidiert hatte. Diese 20 Jahre seien ein wichtiger Abschnitt in ihrem Leben gewesen, und bis auf ganz wenige Ausnahmen habe ihr die Ratsarbeit immer Freude gemacht.

Nun hatte Willy Hollatz unter Mithilfe von Kämmerer Werner Schacht und Baudienste-Leiter Manfred Lütjen, die die Flaschen mit dem "Lilienthal-Wein" (wahlweise weiß oder rot) verteilten, noch die ausscheidenden Ratsmitglieder zu verabschieden. Es waren von der CDU: Marita Behrens (seit 1996), Rudgar Gerber (seit 1996), Hans-Joachim Herzog (seit 1996), Fritz Mauritz (seit 1996) und Dagmar Rohmert (seit 2001).

Von der SPD-Fraktion gehören dem nächsten Rat nicht mehr an: Jens Erdmann (seit 1996), Till Hase-Bergen (1981 bis 1991 und seit 2005), Ingrid Kluth (1991 bis 2001 und seit 2005), Frank Linowski (seit 2001) und Gertrud Schibilla (seit 1996). Bei der FDP scheidet Gerd Bückle (1991 bis 1996 und seit 2001) aus, bei den Grünen Birte Schale (seit 2001). Schließlich wurden alle vier Mitglieder der JEZ-Fraktion verabschiedet, da die JEZ sich nicht mehr an der Wahl beteiligt hatte: Christian Mayer (seit 2001), Daniel Merten (seit 2002), Yvonne Tholen (seit 2005) und André Kück (nur 2006).

Quelle: Wümme Zeitung, 22. September 2006

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