Wahlkreisreform zeigt Wirkung
Kampfabstimmung zwischen Miesner und Rühl / Lilienthaler setzt sich durch
Von Redakteur
Klaus-Dieter Pfaff
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| Appelierte erfolgreich an die Versammlung ihn zu wählen: Axel Miesner. |
Lilienthal. Das Wunder blieb aus. Die noch amtierende Landtagsabgeordnete Brunhilde Rühl aus Osterholz-Scharmbeck unterlag am Donnerstagabend bei der Kandidaten-Urwahl im Grasberger Hof für den neuen Landtagswahlkreis 60 ihrem CDU-Kollegen Axel Miesner ganz klar mit 112 zu 276 Stimmen. Damit hat die Mehrheit der 392 anwesenden Unionsmitglieder aus den sieben Gemeindeverbänden den Lilienthaler Bewerber beauftragt, sich erneut für die Landtagswahl am 27. Januar 2008 zu bewerben.Die Spannung war groß und auch der letzte Stuhl im Saal des Grasberger Hofes besetzt, als Versammlungsleiter Rainer Sekunde gegen 19.40 Uhr bekannt geben konnte, dass kein weiterer Christdemokrat seine Kandidatur beantragt hatte. So blieben die beiden Anwärter Brunhilde Rühl und Axel Miesner unter sich, die beide im Vorfeld der Vollversammlung ihr Interesse bekundet hatten. Die Bedeutung dieser Veranstaltung ließ sich wohl auch an der großen Resonanz ablesen, denn immerhin hatten 392 wahlberechtigte Parteimitglieder den Weg nach Grasberg gefunden.
Eine spannende Angelegenheit also - dennoch stellte das Ergebnis nicht wirklich eine Überraschung dar, denn die in Hannover politisch beschlossene Wahlkreisreform ging voll und ganz zu Lasten der langjährigen Landespolitikerin, der aus dem bisherigen Zuschnitt nur noch die beiden Gemeindeverbände Osterholz-Scharmbeck und Ritterhude blieben. Miesner, der 2003 ebenfalls wie seine Kollegin Rühl direkt in den Landtag einziehen konnte, verlor durch die Reform lediglich die Stadt Achim. Die Gemeinden Oyten und Ottersberg gehören ebenso zum neuen Wahlkreis 60 wie die Kommunen Lilienthal, Worpswede und Grasberg sowie die Stadt Osterholz-Scharmbeck und die Gemeinde Ritterhude.
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| Zog unter anderem auch eine Bilanz ihrer landespolitischen Arbeit: Brunhilde Rühl |
In seiner Vorstellungsrunde sprach der 41-jährige Axel Miesner, verheiratet und Vater einer Tochter, von einer erfolgreichen Arbeit, die er in den vergangenen fünf Jahren in Hannover und vor Ort geleistet habe, von seiner Vereinstreue, er lobte seine große Verbundenheit zu Land und Leuten und beschrieb sich und die Menschen in seinem bisherigen Wahlkreis als eingespieltes Team: "Deshalb macht es doch keinen Sinn, die Pferde zu wechseln." Und er gab sich schon mal selbstsicher und ließ die Versammlung wissen, dass er die besseren Chancen für einen Wahlsieg habe, weil er die Gemeinden inzwischen alle gut kennt.
Brunhilde Rühl, 57 Jahre alt, verheirat und Mutter eines erwachsenen Sohnes, ging in ihrer eindrucksvollen Rede auch auf den langen Weg der Erfahrungen in Hannover ein. Als sie 1994 erstmals ein Mandat übertragen bekam, habe sie immer alles nur versprechen können - "inzwischen kann ich längst einschätzen, was ich auch tatsächlich erreichen kann". Und das sei eine ganze Menge gewesen. Als sie dann im Jahre 2003 das Mandat in ihrem doch sehr roten Wahlkreis direkt gewinnen konnte, habe sie die Presse-Formulierung vom "Wunder in OHZ" nur allzu gern gelesen. Für sie sei das noch mehr Ansporn gewesen, sich für die Menschen in ihrem Umfeld ins Zeug zu legen. Neun Jahre habe sie auch mit der gleichen Intensität für die Gemeinden Lilienthal, Worpswede und Grasberg gearbeitet.
Während die Stimmen ausgezählt wurden, forderten die Vizepräsidentin des Landtages, Astrid Vockert, und der Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel in ihren Grußworten zur absoluten Geschlossenheit auf. Nur dann könne die erfolgreiche Politik in Berlin und Hannover zum Wohle des Landes fortgesetzt werden. Ihr gemeinsames Credo: Egal, wer hier heute als Sieger hervorgeht - wenn es soweit ist, müssen alle zusammenstehen. Als Rainer Sekunde dann schließlich das Ergebnis verkündete, konnte ein strahlender Axel Miesner die Glückwünsche einer durchaus fairen Brunhilde Rühl entgegennehmen.
Quelle: Wümme Zeitung, 17. Februar 2007





