CDU Gemeindeverband Lilienthal
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Bürger machen ihrem Unmut Luft

CDU-Brennpunkt-Veranstaltung zur Laubentsorgung: Wird alte Regelung doch beibehalten

Von Mitarbeiter
Hinrich Rohbohm

Lilienthal. Einige ließen ihren Emotionen freien Lauf. "Das kann nicht wahr sein, was da passiert", entrüstet sich ein Bürger. Zustimmendes Nicken von vielen. Rund 40 Besucher waren zur CDU-Brennpunkt-Veranstaltung im Hotel Rohdenburg erschienen. Nicht wenige von ihnen brachten ihren Ärger über die jüngsten Änderungen bei der Laubentsorgung deutlich zum Ausdruck. Der Hintergrund: Gegen die Stimmen der CDU hatte der Lilienthaler Gemeinderat im Februar dieses Jahres beschlossen, Laubsäcke künftig nicht mehr kostenlos an die Bürger auszugeben. Eine Maßnahme, die den Gemeindehaushalt um 5000 Euro entlasten soll, beim Bürger jedoch für Unmut sorgt. Schließlich müssen die Anlieger jetzt auch noch die Entsorgungskosten tragen. "In welcher Gemeinde wohnen wir eigentlich? Da schämt man sich", entfährt es einem der Anwesenden.

Dass ein Lilienthaler Ratsherr im Zuge der Diskussion über die Laubentsorgung von Sommertheater gesprochen habe, sei nicht nachzuvollziehen. "Dass wir einfach den Mund halten sollen, kann ich nicht verstehen", meint ein Besucher. Ein anderer äußert sich noch drastischer: "Wenn ich sehe, wie hier die Straßen verdrecken. In Litauen sind die Wege sauberer, obwohl die dort weniger Geld haben als wir".

Besonders betroffen sieht sich Hans-Jürgen Rüssmann. Der 53-Jährige besitzt ein Grundstück an der Trupermoorer Landstraße. Weil die Bäume immer größer werden, falle für ihn immer mehr Laub an. Mittlerweile müsse er 120 Laubsäcke verfüllen. Schon vor zwei Jahren habe er gemeinsam mit Nachbarn bei der Verwaltung auf das Problem hingewiesen. "Passiert ist nichts", sagt er frustriert. Im Gegenteil: Jetzt müsse er auch noch die Entsorgungskosten tragen. "Das alles ist mit ein Grund, weshalb ich jetzt aus Lilienthal wegziehe", betont er.

Kostenfreiheit wichtig

Dass Lilienthal bei den Grünflächen "in letzter Zeit nicht gerade attraktiver geworden" sei, meint auch CDU-Fraktionschef Rainer Sekunde. Sein Ziel: Kostenfreies Anliefern von Laub muss wieder möglich sein. Auch sein Parteifreund Eugen Pusch sieht den Ratsbeschluss skeptisch und fürchtet schwindendes Engagement bei den Bürgern: "Dann wird der Ort nicht mehr so sauber sein und die Kosten wären am Ende sogar vier- bis fünfmal so hoch wie vorher", prognostiziert er.

Ein Grund, weshalb die CDU für die kommende Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses am 10. September den Antrag stellt, die Laubsäcke wieder kostenlos auszugeben und die hierfür benötigten Mittel in Höhe von 5000 Euro wieder in den Haushalt einzustellen, meint auch Landtagsabgeordneter Axel Miesner.

Dass dies durchaus wieder der Fall sein könnte, gilt als wahrscheinlich. Denn inzwischen hat sich auch die SPD für die Rückkehr zur alten Laubentsorgungs-Regelung entschlossen. "Die seinerzeit auf Vorschlag der Verwaltung vorgenommene Streichung des Haushaltsansatzes durch die Mehrheit des Rates hat sich im Nachhinein als nicht bürgerfreundlich herausgestellt", heißt es in einer Mitteilung der Lilienthaler Genossen auf ihrer Homepage.

Quelle: Wümme Zeitung, 6. September 2007

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